Martin-Luther-Gemeinde Stade

Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche

Die SELK heute

Die SELK, die selbständig, evangelisch lutherische Kirche kann bereits auf eine lange Geschichte zurückblicken, die bis in die Reformationszeit zurückgeht.
Heute besteht die SELK aus etwa 35.000 Gemeindegliedern, die in fast 180 Gemeinden über ganz Deutschland verteilt sind.

Die Kirchenleitung unter Bischof Voigt hat ihren Sitz in Hannover.
Abbildung - Bischof Voigt, SELK, Hannover Als Trägerin der Lutherischen Kirchenmission und mit zahlreichen Schwesterkirchen auf nahezu allen Kontinenten ist die SELK inzwischen eine der wichtigsten freien Kirchen weltweit.

Geschichte der SELK

Vor allem in Preussen, Sachsen, Hessen und Hannover sind zwischen 1817 und 1880 selbständige lutherische Minderheitskirchen entstanden. Anlass dazu war jeweils eine vom Staat eingeführte »Union« (Vereinigung) von lutherischen und reformierten Kirchen, die zu einer »evangelischen Kirche« vereinigt wurden. Im 20. Jahrhundert folgte man diesem Modell und strebte eine landesweite evangelische Einheitskirche an, woraus schliesslich die »Evangelische Kirche in Deutschland« (EKD) hervorging.

Dies lehnten viele Lutheraner ab. Hauptgrund dafür war ihre feste Überzeugung, dass Kirchenlehren, die einander ausschliessen, in einer Kirche nicht gleiches Recht haben können. Das gilt z.B. für die unterschiedliche Lehre von Lutheranern und Reformierten über das Heilige Abendmahl.

Es ging also darum, der lutherischen Kirche die Eigenständigkeit ihres Bekenntnisses und ihres Gottesdienstes zu sichern. Da beides in den nunmehr unierten Landeskirchen nicht mehr möglich war, wollten die Lutheraner die Selbständigkeit ihrer Verfassung (wieder) erringen.

Zur Entstehung solcher lutherischen Kirchen trug auch die bibelkritische Theologie bei, die sich von den staatlichen Universitäten her ausbreitete.

Ein dritter Anlass zu lutherischer Freikirchenbildung - ebenfalls im letzten Drittel des 19.Jahrhunderts - waren Übergriffe der Behörden auf angestammtes kirchliches Recht.

Die SELK ging 1972 aus dem Zusammenschluss bis dahin eigenständiger kleiner lutherischer Kirchen auf dem Gebiet der alten Bundesländer hervor. 1991 trat auch die Evangelisch-Lutherische (altlutherische) Kirche in der früheren DDR der SELK bei. Damit sind heute in der SELK fast alle konfessionell-lutherischen Minderheitskirchen in Deutschland zu einer Körperschaft vereinigt.